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Studium - Start in ein neues Leben: Unterschiede zwischen Fachhochschule und Universität

Wo will ich später studieren: An einer Fachhochschule oder an einer Universität? Welches Studium passt besser zu mir? - diese Fragen hast du dir sicher schon mehrmals gestellt. Die Entscheidung fällt jedem nicht leicht. Viele wissen nicht welche Vorteile bzw. Nachteile das Studium an einer Universität oder an einer Fachhochschule hat. An unterschiedlichen Typen von Hochschulen kann aus einer Vielzahl von Studiengängen und Fächern das „Wunschfach“ gewählt werden. Aber welche Unterschiede zwischen Fachhochschule und Uni gibt es tatsächlich?

Hochschule ist ein Oberbegriff für Universitäten, Fachhochschulen, Kunsthochschulen, Pädagogische Hochschulen, Gesamthochschulen und was es sonst noch so gibt. Also ist eine Universität eine Hochschule. Allerdings hat eine Universität normalerweise ein breites Angebot an Studiengängen.

Kunsthochschulen spezialisieren sich auf Kunst, Technische Universitäten auf Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften. Meistens haben diese Hochschulen ein Promotionsrecht. Bloß die Fachhochschulen haben kein Promotionsrecht. Auch nennen sich einige Fachhochschulen schlicht Hochschule oder Hochschule der angewandten Wissenschaften. Fachhochschulen haben auch wie Unis ein relativ breites Angebot an Studiengängen, nur sind diese praktischer orientiert.

Für potenzielle Interessierte ist es nicht immer leicht, die Unterschiede zwischen einem Studium an einer universitären Hochschule und an einer Fachhochschule zu erkennen. Einige Unterschiede sind aber augenfällig:


Das Ausbildungsangebot von Uni/ETH und FH


Es gibt viele Studienrichtungen, die nur entweder an den Universitäten oder an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen angeboten werden wie z.B. Medizin, alle geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen, viele Naturwissenschaften und einige Ingenieurwissenschaften.

Auf der anderen Seite gibt es Studienrichtungen, die nur an den Fachhochschulen angeboten werden, wie z.B. Landschaftsarchitektur, Automobiltechnik, Ökologie sowie die Angebote im Bereich der Gestaltung, Musik und Schauspiel/Theater oder die meisten Angebote in Sozialer Arbeit. In diesen Fächern ist darum der Anteil an Absolventen mit Abitur in den Fachhochschulklassen viel höher als in den Studienrichtungen, die auch an einer Universität oder ETH studiert werden können.


Unterschiedliche Vorbildungen


Der Zugang zu den drei Hochschultypen Fachhochschule, Pädagogische Hochschule und universitäre Hochschule ist je unterschiedlich. Für die FH ist die berufliche Grundbildung mit Fachabitur die "Standard-Voraussetzung" für die meisten Studiengänge (sog. Königsweg), für die universitären Hochschulen und auch für die Pädagogischen Hochschulen ist es in der Regel die Abitur.
Die Durchlässigkeit ist aber für alle Hochschulen gegeben. Das heißt: Es gibt für alle Abiturabschlüsse Zugänge zu allen Hochschulen. Es müsse allerdings je nach Vorbildung bestimmte Zusatzleistungen (Passerellen) erbracht werden.

Studierende an Universitäten kommen mit Forschung in Berührung und müssen lernen, wissenschaftlich zu arbeiten. Das heißt, dass ihnen zwar Lehrstoff in Vorlesungen, geeignet sind, neues Wissen zu erzeugen, also primär wissenschaftlich zu arbeiten. Charakteristisch für das FH-Studium ist weiterhin die Praxisorientierung. Das Studium an Fachhochschulen besticht außerdem durch seine Kürze. Nach einer Regelstudienzeit von acht Semestern oder noch weniger kann das FH-Diplom entgegengenommen werden. Apropos Diplom: Die meisten FH-Studiengänge schließen mit der Diplomprüfung ab.


Statement von Carina Hering: „Warum ich an der TU studiere?“


Warum studiert man Germanistik und Politikwissenschaft an einer technischen Hochschule? Zugegeben: Die öffentlichen Rankings der beiden Fachbereiche an der TU sind nicht die besten. Unsere Fachbereichsbibliotheken bieten nicht die Auswahl, die sie für ein ideales Studium bieten sollten. Und dennoch hat es Vorteile: Ein kleiner überschaubarer Fachbereich an der TU ist wesentlich verlockender als ein riesiger an einer anderen Universität. Du kennst die Kommulitonen, du kennst die Dozenten und Professoren – und die Dozenten und Professoren kennen dich. Du bist nicht nur eine Matrikelnummer, sondern eine Person. Es gibt auch keinen übertriebenen Run auf Sprechstundentermine, und sollte es wirklich einmal nicht passen, sind Professoren und Dozenten in den meisten Fällen bereit, einen Sondertermin zu vereinbaren. Die Betreuung ist also wesentlich besser. Man genießt sozusagen „FH-Überschaulichkeit“ mit der freien Stundenplan- bzw. Seminargestaltung einer Universität.Ich würde ein geisteswissenschaftliches Studium an der TU jedem empfehlen.


TYPISCH UNIVERSITÄT/ETH


  • Stärkere theoretische Ausrichtung und Grundlagenforschung
  • In der Regel keine spezifische Berufsausbildung, sondern Erwerb einerallgemeinen Berufsbefähigung
  • Studium findet oft in großen Gruppen statt
  • Ausbildung in der Regel auf ein Vollzeitstudium ausgerichtet
  • Zusätzliche Aufnahmeverfahren nur in Medizin und teilweise bei Sport
  • Master als Regelabschluss

Direkte Zulassung: Abitur, Passerellenprüfung nach der Fachabitur oder Fachhochschulabschluss.


Statement von Ewa Sperber: „ Uni oder FH?“


Vor kurzem habe ich mein Studium an der Universität im Fach: Erziehungswissenschaften absolviert. Meine Erfahrungen, die ich während des Studiums gemacht habe: Eine Universität arbeitet eher theoretischer und weniger praxisorientiert. An der Uni wird man sich am wohlsten fühlen, wenn man in der Forschung oder in der Entwicklung arbeiten will.
Bevor man sich für eine Uni oder für eine Fachhochschule entscheidet, soll man sich genau überlegen, was man später beruflich machen möchte, und dann entsprechend die Hochschule wählen. Jemand, der z. B: als Schulpädagoge direkt mit Kinder in einer Schule arbeiten möchte, soll eher eine Pädagogische Hochschule wählen als eine Universität.


TYPISCH FACHHOCHSCHULE


  • Angewandte Forschung und hoher Praxisbezug
  • Enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und öffentlichen Institutionen
  • Vielfach Ausbildung zu konkreten Berufen inkl. Arbeitserfahrungen (Praktika) in verschiedenen Institutionen
  • Studium meist noch im Klassenverband
  • Ausbildung teilweise berufsbegleitend konzipiert
  • Zulassung meist mit Aufnahmeverfahren (z.B. Gespräch mit der Studienleitung) beziehungsweise Eignungsprüfungen oder bei gestalterischen Berufen Vorkurs. Dazu kommt normalerweise ein Minimum an beruflicher Erfahrung. In bestimmten Bereichen wird ausdrücklich ein Bezug zum angestrebten Studienfach verlangt (Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaft, soziale und medizinische Berufe u.a.). In anderen Studienbereichen reicht manchmal eine mehrmonatige allgemeine Berufserfahrung aus.
  • Bachelor als Regelabschluss

Direkte Zulassung: Fachabitur (und evtl. weitere Bedingungen, je nach beruflicher Herkunft und Studienziel), Abschluss Höhere Fachschule.
Personen mit Abitur müssen in der Regel in einem Praktikum (Dauer unterschiedlich, zwischen 2 und 12 Monate) fehlende berufliche Erfahrungen nachholen. Erkundigen Sie sich direkt bei der Fachhochschule Ihrer Wahl nach den detaillierten Zulassungsbedingungen!


Statement von Julia Putilov: „ Warum ich an der Fachhochschule studieren will?“


Ich habe  mich für das Studium an der Fachhochschule aus zwei Gründen entschieden: Erstens glaube ich, dass das Studium an der Fachhochschule leichter ist als das an der Universität. Zweitens ist das Studium an der FH praxisbezogener als an der Uni und das ist mir sehr wichtig, weil ich schon während des Studiums praktische Erfahrung sammeln will. Ich stelle mir vor, dass das Studium an der Uni sehr theoretisch und wissenschaftlich orientiert ist. Ich möchte später aber gern als Sozialpädagogin direkt mit Menschen arbeiten. In dem Fall passt für mich das  FH- Studium sicher ganz gut.


GEMEINSAMKEITEN


  • Zweistufige Studiengänge gemäss «Bologna-Modell»: Bachelor- und z.T. Masterabschlüsse·         
  • 3 Jahre Studium bis zum Bachelor, 1.5 bis 2 Jahre bis zum Master·         
  • Bewertung der Studienleistungen nach dem europäischen Kreditpunktesystem; ein ECTS (Credit) entspricht einer Studienleistung von ca. 30 Stunden·         
  • Pflege von internationalen Hochschul-Partnerschaften und Förderung der Mobilität·         
  • Hohe Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen (insbesondere Englisch)

Sicherlich setzen die FH und die Universität unterschiedliche Schwerpunkte, was Studieninhalte und -ablauf betrifft. Tendenziell kann man daher sagen, dass im Bereich Entwicklung und Forschung, wo die intensive wissenschaftliche Arbeit im Vordergrund steht, Uni-Absolventen bessere Voraussetzungen mitbringen. Für praktische Tätigkeiten wie Angebotserstellung und Auftragsabwicklung in Vertrieb, Fertigung oder Montage ist ein FH-Absolvent möglicherweise besser geeignet. Eine pauschale Aussage kann man jedoch nicht treffen. Bei der Einstellung von Nachwuchskräften spielen auch andere Faktoren eine Rolle: zum Beispiel ein überdurchschnittlich guter Abschluss, eine angemessene Studiendauer, eine aufgeschlossene, teamfähige Persönlichkeit, Fremdsprachenkenntnisse und Auslands- sowie Praxiserfahrung.

Text: Julia Putilov (Red.)

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Erstelldatum des Artikels: 11.12.2008, letzte Aktualisierung am: 20.04.2010

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