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Julia Vöhringer Julia Vöhringer

Ausbildung: Mein Studium der Fächer Deutsch und Französisch für das Lehramt an Realschulen, das ich in Baden-Württemberg absolvierte, habe ich dieses Jahr abgeschlossen. Tätigkeit: Referendarin

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Studium > Bachelor, Master, Magister, Diplom...?! Hochschulabschlüsse III: Diplom, Magister, Staatsexamen
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Bachelor, Master, Magister, Diplom...?! Hochschulabschlüsse III: Diplom, Magister, Staatsexamen
Die traditionellen Studienabschlüsse - altgediente Auslaufmodelle

Bachelor und Master sind dir nun ein Begriff. Aber damit nicht genug! Immer wieder begegnet man bei der Studienfachwahl auch noch anderen Hochschulabschlüssen: Was versteht man unter Diplom, Magister und Staatsexamen? Bachelor- und Masterstudiengänge werden im Jahr 2010 den überwiegenden Teil des Studienangebotes an allen deutschen Hochschulen ausmachen. Sie werden damit die traditionellen Studienabschlüsse ersetzen: Diplom, Magister und Staatsexamen sind Auslaufmodelle.

Sie gehören dem alten universitären System an, das durch den Bologna-Prozess reformiert werden soll. Ziel der Reform ist es, den europäischen Hochschulraum zu vereinheitlichen und damit die Vergleichbarkeit zwischen den europäischen Hochschulen zu gewährleisten (s. Hochschulabschlüsse I: Der Bachelor/Zusatzinformationen).

Dass du an den deutschen Hochschulen noch immer auch Diplom-, Magister- und Staatsexamen-Studiengänge findest, liegt daran, dass wir uns mitten im Reformierungsprozess befinden, d.h. in einer Übergangsphase von altem zu neuem System.

Was versteht man nun unter Diplom, Magister und Staatsexamen?


Das Diplom


Das Diplom ist der traditionelle Studienabschluss für Studienfächer aus dem Bereich der Natur-, Ingenieurs-, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften. In einem Diplom-Studiengang studiert man schwerpunktmäßig ein bestimmtes Fach, z.B. Pädagogik. Hinzu können noch andere Fächer treten, die jedoch nicht so viel Gewicht haben wie das Hauptfach. Die intensive Vertiefung des Hauptfaches steht also im Vordergrund eines Diplom-Studienganges und es kommt weniger darauf an, Inhalte verschiedener Fächer kennenzulernen.

Die Studieninhalte sind weitgehend festgelegt und ähneln sich an den verschiedenen Hochschulen. Das Bestehen der Diplom-Abschlussprüfung berechtigt – in unserem Beispiel – zum Tragen des akademischen Titels „Diplom-Pädagoge".

Im alten System wird außerdem unterschieden nach dem Diplom, welches an Fachhochschulen (Diplom (FH)) erworben wurde, und jenem, zu dem man über ein Universitätsstudium gelangt. Während das Universitätsdiplom gleichzeitig die Berechtigung zur Promotion verleiht, ermöglicht ein Diplom (FH) dies nicht.

Dies soll sich mit der Hochschulreform ändern: Der Master berechtigt generell zur Promotionegal, ob er an einer FH oder einer Universität erworben wurde!


Der Magister


Der Magister ist ein rein universitärer Studienabschluss. An Fachhochschulen kann er nicht erworben werden. Magisterstudiengänge werden hauptsächlich in den Geistes- und Sozialwissenschaften abgeschlossen. In einem solchen Studiengang studiert man meist ein Hauptfach und zwei Nebenfächer oder zwei gleichgewichtige Hauptfächer. Welche Fächerkombinationen erlaubt sind, bestimmt deine Universität.

Entsprechend dem Diplom darf der Hochschulabsolvent, der einen Magisterstudiengang erfolgreich beendet hat, den Titel Magister Artium (M.A.) tragen. Der Magister ist zwar ein berufsqualifizierender akademischer Abschluss, hat allerdings kein spezifisches Berufsbild zum Ziel. Es hängt damit sehr von der individuellen Initiative der Studierenden ab, in welchem Berufsfeld sie später tätig sind. Oftmals trifft man sie im Bereich Journalismus/Medien, in der Öffentlichkeitsarbeit oder im Verlagswesen an.


Das Staatsexamen

Während Diplom- und Magister-Studiengänge – und im Übrigen auch Bachelor- und Master-Studiengänge – Hochschulprüfungen sind, schließen Staatsexamen-Studiengänge mit einer Staatsprüfung ab. Durch staatliche Prüfungsordnungen ist der Stoff weitgehend vorgegeben.

Das Staatsexamen wird in den Studiengängen Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Pharmazie, Lebensmittelchemie, Rechtswissenschaften und in den Lehramtsstudiengängen abgenommen. In der Regel studierst du ebendiese Fächer, die sich in unterschiedliche Unterfachgebiete gliedern können. Alle zielen auf ein genau definiertes Berufsbild.

Das Erste Staatsexamen allein berechtigt allerdings noch nicht zur Ausübung des angestrebten Berufs, es verleiht lediglich die Zulassung zu einem Beruf. Während ihrer praktischen Ausbildung im Rahmen eines Vorbereitungsdienstes müssen sich beispielsweise zukünftige Lehrer einem Zweiten Staatsexamen unterziehen, durch welches die Qualifikation für den Beruf erlangt wird. Juristen und Mediziner müssen gar ein Drittes Staatsexamen ablegen!

Solltest du mit dem Gedanken spielen, einen Studiengang zu wählen, der mit einem dieser traditionellen Abschlüsse endet, informiere dich gründlich bei deiner Hochschule darüber, ob du den betreffenden Studiengang in dieser Form wirst zu Ende studieren können, denn die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge an den deutschen Hochschulen soll bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein.

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Erstelldatum des Artikels: 01.02.2007, letzte Aktualisierung am: 20.04.2010

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