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Städte/Regionen > Standortinformationen Darmstadt II: Der Darmstädter liegt mit der Arbeitslosenquote von 8% über dem aktuellen Landesdurchschnitt
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Standortinformationen Darmstadt II: Der Darmstädter liegt mit der Arbeitslosenquote von 8% über dem aktuellen Landesdurchschnitt
Teil II: Zur Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation in Darmstadt

Die Arbeitslosenquote im Land Hessen liegt zum Jahreswechsel 2008 bei 6,9 % - Darmstadt hält sich mit 8% im leicht stabilen Aufwärtstrend. Insgesamt erfreuliche Zahlen aus Verwaltungssicht. Wir haben Oberbürgermeister Walter Hoffmann zur Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation befragt. Hier geht es nicht nur um die augenblickliche Lage, sondern auch darum, was in Zukunft für Darmstadt in punkto Ausbildung geplant ist...

Darmstadt - Tor zum Odenwald und zugleich das Tor zum Weltraum.


Was ist/ sind Ihrer Einschätzung nach Darmstadts größte Stärke(n)? (Gegenwart) Gibt es Alleinstellungsmerkmale, über die Darmstadt verfügt gegenüber anderen Großstädten in Hessen, 1. generell und 2. insbesondere bezogen auf den Personenkreis von Jugendlichen und
jungen Erwachsenen? Worauf gründet sich der Erfolg/ die Stärken von Darmstadt (Vergangenheit) und inwieweit  baut Darmstadt auf diesen Stärken/ Alleinstellungsmerkmalen auf?
Was sind Darmstadts Ziele generell?


Die Basler Prognos AG hat auch in ihrer neuesten Studie Darmstadt zu den deutschen Städten mit der höchsten Zukunftsfähigkeit gezählt: Wir setzen in unserer breit angelegten Wirtschaftsstruktur vor allem auf Hochtechnologie in den Sektoren IT, Biotechnologie, Mechatronik und Pharma. In kaum einer anderen hessischen Stadt ist das Angebot an hochinnovativen Arbeitsplatzanbietern für junge Leute attraktiver.

Darmstadt hat als Hochschulstandort in Hessen auf den gleichen Feldern in der Wissenschaft eine überaus starke Position. Die Tradition der Technischen Hochschule in Darmstadt ist lang. Es muss hier erwähnt werden, dass die Technische Universität Darmstadt vor 125 Jahren  weltweit den ersten Lehrstuhl, die erste Fakultät und den ersten Studiengang für Elektrotechnik gründete. Dazu finden in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen dazu statt mit Vorträgen aus der Politik und Wissenschaft.

Viele aus der Technik bekannte Persönlichkeiten waren an unserer Technischen Hochschule wie beispielsweise Michael von Dolivo-Dobrowolsky, 1885-1888 Assistent bei E. Kittler und Erfinder des ersten funktionsfähigen Drehstrommotors bei AEG. Oder T. Schultes. Er studierte von 1921 bis 1926 Elektrotechnik und promovierte 1934 in der Physik. Er entwickelte 1935 das weltweit erste RADAR-Frühwarnsystem.

Das Gleiche gilt für die kulturellen Traditionen und Einrichtungen der Stadt: Darmstadt ist als Jugendstilstadt unverwechselbar. In Darmstadt sind uns auch die Bereiche wichtig, die Jugendliche und junge Erwachsene interessieren. Die freie und jugendorientierte Kulturszene ist in Darmstadt überaus aktiv und erfolgreich und wir sehen hier Darmstadts Stärken, auf denen wir aufbauen.

Für die zukünftige Entwicklung der Stadt gibt es wichtige Entscheidungen, die schon getroffen haben oder sehr bald treffen werden. Ein gutes Beispiel für eine solche Zukunftsentscheidung ist die Anbindung der Stadt an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn und die schnelle Verbindung an den Flughafen Frankfurt. Beides sind wichtige Garanten für die Weiterentwicklung der Stadt in den Sektoren Verkehr, Ökonomie, Arbeitsmarkt und natürlich Wissenschaft.


Ausbildung/ Studium/ Qualifizierung
 Was zeichnet Darmstadt aus, um für angehende Studierende als Studienort attraktiv zu sein? Was wird in Zukunft von politischer Seite unternommen werden, um diese Attraktivität weiter aufrecht zu erhalten? 
In Darmstadt gibt es drei Hochschulen mit einem ausgeprägten und jeweils ganz eigenen Profil: die Technische Universität, die Hochschule Darmstadt und die Evangelische Fachhochschule. Jedes Jahr kommen ungefähr 4000 junge Leute in unsere Stadt, um ihr Studium zu beginnen – und die Mehrzahl entschließt sich dann auch dafür, in und rund um Darmstadt zu wohnen.

Auch als Studienort ist Darmstadt weltoffen und international, und ich denke, wir bieten mit unserem breiten Spektrum von Kultur- und Freizeitangeboten viele gute Argumente für Studienanfänger, sich für Darmstadt zu entscheiden. Diese Attraktivität wollen wir fördern und ausbauen. Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen vor Ort, insbesondere mit der Technischen Universität, ist ausgezeichnet.

Unser neues Wissenschafts- und Kongresszentrum, das „darmstadtium“, wird ab Ende des Jahres als zentraler Veranstaltungsort auch für die Wissenschaft ein wichtiger Anziehungspunkt werden und unser Markenzeichen "Wissenschaftsstadt" weiter stärken und bundesweit noch bekannter machen: Ein weiteres Signal an junge Leute, sich für ein Studium in Darmstadt zu entscheiden.

 

Welche Maßnahmen wurden und werden getroffen, um den Ausbildungsplatzmangel entgegenzuwirken? Gegenüber den Vorjahren ist damit keine klare Veränderung der Ausbildungsplatzlage zu erkennen.


Diese Aussage muss ich im Detail korrigieren. Die Industrie- und Handelskammer hat vor kurzem einen Anstieg der Anzahl der Ausbildungsplätze im Kammerbezirk zum 30. September 2006 um immerhin 162 Neuverträge gemeldet. Insgesamt konnten somit 3410 Verträge registriert werden. Ein Plus zum Vorjahr 2005. Laut IHK Darmstadt wurden die im Pakt für Ausbildung vereinbarten Ziele 2006 damit nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen. Das stellt mich natürlich nicht zufrieden, ist aber ein Hoffnungsschimmer. Die Möglichkeiten einer Kommune, den Ausbildungsplatzmangel zu beseitigen, sind begrenzt. Hier sind vor allem die Unternehmen vor Ort in der Pflicht, und ich betone als Oberbürgermeister in Gesprächen mit den Verantwortlichen immer wieder, wie wichtig dieses Thema ist.  
Wird seitens der Stadt etwas unternommen, um berufliche Kompetenz (angefangen bei der professionellen Bewerbung bis hin zu IT-Kenntnissen etc.)  bei Jugendlichen zu steigern, die für ihre berufliche Zukunft immer wichtiger werden wird? Z.B. Förderung von Angeboten “Junge Volkshochschule etc.“
Viele Jugendliche sind mit den sogenannten Neuen Medien aufgewachsen und gehen wie selbstverständlich damit um. Das bedeutet aber noch nicht, dass sie tatsächlich für ihre alltägliche Mediennutzung auch kompetent sind. Das Wissen, welche Tasten am PC gedrückt werden, reicht da nicht aus. Und genau dieser Punkt ist mir wichtig: Medienkompetenz darf nicht auf technische Kompetenz reduziert werden. Medienkompetenz ist für uns ein klassisches "Schnittstellenthema", bei dem sich Bildung, Aufklärung und Jugendschutz treffen. Die Volkshochschule als städtische Bildungseinrichtung hat das mit den Kursen „Berufliche Weiterbildung“ im Angebot, auch unsere Jugendförderung befasst sich mit diesem Thema.


Welche Anreize werden in Darmstadt geboten, um sich in dem deutschen Bildungssystem zu integrieren;  wie wird Unterqualifizierung vermieden bzw. einem Fachkräftemangel entgegengewirkt?


Hier sind die Einflussmöglichkeiten einer Kommune gering. Wir versuchen, über unsere Beratungsangebote Hilfestellungen zu geben, um eine Integration in das deutsche Bildungssystem und den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Wichtig scheint mir dabei zu sein, diese Hilfen in Netzwerken zu organisieren.

Beispiel dafür ist die Kompetenzagentur Darmstadt, ein gemeinsames Projekt der kommunalen Jugendberufshilfe der Stadt Darmstadt sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und in Trägerschaft des IB-Bildungszentrums, die im Dezember 2006  als  „Kompetenzagentur Darmstadt“ ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Kompetenzagentur ist eine Beratungsstelle für Berufswegplanung, die Jugendliche am Übergang Schule -  Beruf sowie unversorgte, schon seit längerem erfolglos suchende junge Erwachsene  bei ihrem Eintritt in Ausbildung oder Arbeit berät, begleitet und unterstützt.

Hier wird eine  Lotsenfunktion übernommen: Man hilft  den Jugendlichen, ihre Stärken aufzuspüren, realistische Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln und ihr Ziel konsequent zu verfolgen. Im Sinne eines präventiven Ansatzes kooperiert die Kompetenzagentur mit zwei Darmstädter Schulen, der Bernhard-Adelung-Schule und der Gutenberg-Schule. 


Beschäftigung/ Arbeitsmarktsituation

 

Wie sieht der derzeitige Arbeitsmarkt in Darmstadt aus? Wie sind meine Chancen als  junger Mensch, einen Arbeitsplatz zu finden? Wie sieht die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt in Darmstadt aus und inwieweit wird Existenzgründung in Darmstadt gefördert? 

 

Der Arbeitsmarkt in Darmstadt entspannt sich zurzeit weiter. Erfreulich ist auch der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-jährigen. Wir erwarten, dass dieser Trend auf den Lehrstellenmarkt durchschlägt.

Die Bundesagentur für Arbeit schätzt die Zahl der in Darmstadt abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf rund 6.000, auch hier eine Steigerung um 500 Stellen. Was die Arbeitslosenquote generell angeht, stehen wir dort – wie viele Kommunen und das Land insgesamt – vor einer großen Aufgabe. In Darmstadt arbeitet insbesondere die Arge gemeinsam mit uns allen intensiv an auf diesem Problemfeld. Beispielsweise haben wir dort besondere Angebote erarbeitet, um Arbeitgebern Anreize geben, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse in versicherungspflichtige umzuwandeln bzw. benachteiligten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten. Das sind zwar Initiativen, die nicht von heute auf morgen Wirkung zeigen, aber mittelfristig einen Beitrag leisten können, die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Zum Thema Existenzgründung gibt es zahlreiche Initiativen der Darmstädter Hochschulen und der Industrie- und Handelskammer, die Stadt selbst ist beteiligt am Technologie- und Innovationszentrum (TIZ), das Existenzgründern und Jungunternehmen Raum und Beratung bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit bietet.


Welche Anreize hat Darmstadt jungen Menschen (insbesondere “High Potentials“ bzw. FH- und Universitätsabsolventen) generell zu bieten, damit diese sich in Zukunft dauerhaft dort niederlassen?

Darmstadt ist die Heimat vieler Forschungseinrichtungen und Unternehmen, vor allem aus den Bereichen Chemie, Pharma, Informationstechnologie und den Ingenieurwissenschaften. Hier gibt es ein erfolgreiches Miteinander von Hochschulen und Arbeitsmarkt, gerade im Bereich bestens qualifizierter Hochschulabsolventen. Wir haben in den letzten Jahren mit unserer aktiven Wirtschaftsförderung und Standortsicherung die Arbeitsplatzangebote für die sogenannten High Potentials nicht nur sichern, sondern auch ausbauen können.

Diesen Erfolg hat uns eine neue Studie der Europäischen Union vor wenigen Wochen bestätigt: Die EU zählt Darmstadt inzwischen zu den Städten mit dem höchsten Potenzial auf diesem Sektor.


Was ist Ihrer Einschätzung nach Darmstadts größte Schwäche? Ist dagegen ein Kraut gewachsen?


Darmstadt Schwäche liegt nicht im Potenzial oder im Konkreten, sondern eher in einer Eigenart der Stadt, die man hier Darmstädterei nennt. Gemeint ist damit die ZweifIerei an allem Neuen, an den eigenen Fähigkeiten. Ein Kraut ist tatsächlich dagegen gewachsen: Die Darmstädter sind selbstbewusst und diskussionsfreudig, und diese wunderbaren Eigenschaften muss man sich zu nutze machen, beispielsweise durch umfassende Beteiligung der Bürger, wie wir sie seit einiger Zeit schon praktizieren.


Beschreiben Sie bitte in wenigen Sätzen den typischen Darmstädter!

Eigentlich darf nur ein geborener Darmstädter den "typischen Darmstädter" beschreiben, und wie Sie wissen, bin ich in Nordhessen geboren. Ich versuche es trotzdem: Der echte Darmstädter ist lebenspraktisch und menschenfreundlich; man weiß immer sehr schnell, worum  es ihm geht. Man streitet gern in unserer Stadt, versöhnt sich aber auch schnell und ohne groß Aufhebens davon zu machen. Und die Darmstädter machen "Zugereisten" das Eingewöhnen leicht – ich fühle mich in dieser Stadt zu Hause.


Umfeld von Darmstadt


Das Rhein-Main-Gebiet ist eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland.  Welche Rolle sehen Sie in der Zukunft für Darmstadt vor diesem Hintergrund? Wird Darmstadt einen Schulterschluss mit anderen Großstädten der Region suchen und sich in Zukunft mehr in die Region integrieren oder wollen Sie Darmstadts individuelle Stärken fördern?

Darmstadt ist wichtiger Bestandteil des Rhein-Main-Gebietes und wird in Zukunft sein Engagement in dieser Region verstärken. Wir sind – um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen –vor kurzem der KulturRegion Rhein-Main beitreten. Ich sehe dort eine gute Gelegenheit, Darmstadts individuelle Stärken und Alleinstellungsmerkmale in einen partnerschaftlichen Verbund einzubringen, von dem alle profitieren werden, die Darmstädter Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die Region.

Herr Hoffmann, wir bedanken uns für das Gespräch. 

  

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Erstelldatum des Artikels: 10.05.2007, letzte Aktualisierung am: 04.10.2009

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nicht lesenswertgeht grade somittelmäßigguter Artikelsehr guter und informativer Artikel

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