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Ulrike Loos Ulrike Loos


Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. Tätigkeit: stellv. Pressereferentin CBM http://www.cbm.de

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Branchenreports > Gut zu wissen, wenn du dich in der Non-Profit-Branche bewirbst (Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.)
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Zuletzt aktualisiert: 28.04.2011 | Druckansicht | http://www.boyng.de/7780

Gut zu wissen, wenn du dich in der Non-Profit-Branche bewirbst (Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.)
Informationen rund um die Non-Profit-Branche mit Branchen-Quiz

Non-Profit-Organisationen sind ein wichtiger Bestandteil unseres heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftslebens. NPOs verfolgen keine kommerziellen Interessen, sondern gemeinnützige, kulturelle, soziale oder wissenschaftliche Zielsetzungen. Ein Großteil ihrer Mitarbeiter/innen arbeitet ehrenamtlich, also freiwillig und ohne Entgelt. Die Non-Profit-Branche bietet aber auch bezahlte Anstellungen. Mitarbeiter/innen gemeinnütziger Organisationen kommen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und sind häufig stark persönlich motiviert. NPOs bieten eine Chance, das individuelle soziale Engagement mit der Berufstätigkeit zu verbinden. Wäre das was für dich?

Organisationen des Non-Profit-Bereichs (NPOs) umfassen im Allgemeinen alle nicht gewinnorientierten und öffentlichen Einrichtungen zwischen Staat und Markt. Dazu zählen national und international agierende Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO) wie z. B. die Christoffel-Blindenmission als Entwicklungsorganisation, Parteien, eingetragene und gemeinnützige Vereine, Stiftungen, Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege (z. B. das Deutsche Rote Kreuz), gemeinnützige GmbHs, Verbände des Wirtschafts- und Berufslebens, Gewerkschaften sowie Verbraucherorganisationen, Selbsthilfegruppen, Bürgerinitiativen und Umweltschutzgruppen. 

Non-Profit-Organisationen arbeiten im nichtkommerziellen Bereich und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder oder von Dritten (z. B. von Benachteiligten). Finanziert werden beispielsweise die Verbände durch die Beiträge der Mitglieder und Spenden; die Organisationen erhalten öffentliche Subventionen. Mitarbeiter dieser Organisationen kommen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und sind häufig stark persönlich motiviert. NPOs bieten eine Chance, das individuelle soziale Engagement mit der Berufstätigkeit zu verbinden.


Für die Mitarbeit in einer Non-Profit-Organisation spielt neben der fachlichen Qualifikation auch die Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Wichtig sind:

  • hohe Identifikation mit den Zielen und Interessen der NPO
  • Eigeninitiative
  • ein ausgeprägtes Maß an Kontaktfähigkeit
  • Überzeugungskraft
  • Verhandlungsgeschick
  • Durchhaltevermögen
  • Belastbarkeit

Schließlich ist der Non-Profit-Sektor immer mehr auf die effektive Nutzung der knapper werdenden finanziellen Mittel angewiesen und die Erschließung zuverlässiger Geldquellen im Rahmen des sogenannten "Fundraisings" ist von existentieller Bedeutung für jede NGO. Ohne die oben aufgezählten persönlichen Eigenschaften wird es schwer, in diesem Bereich Erfolg zu haben.

Wer sich für eine Tätigkeit in einer Non-Profit-Organisation interessiert, sammelt am besten bereits während des Studiums oder schon früher Erfahrungen - etwa im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Diese gibt einen ersten Einblick in Strukturen und Abläufe einer solchen Organisation.


Informationen und Tipps von Ulrike Loos, stellv. Pressereferentin bei der Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) setzt sich als internationale Entwicklungsorganisation auf der Basis christlicher Werte dafür ein, die Lebensqualität derjenigen Menschen zu verbessern, die behindert oder von Behinderung bedroht sind und in den ärmsten Regionen der Welt leben. Die CBM möchte gemeinsam mit den Menschen in Entwicklungsländern den Kreislauf von Armut und Behinderung durchbrechen und eine Welt schaffen, in der Menschen mit Behinderung dieselben Chancen und Rechte bekommen wie alle anderen.

Frau Loos, die Christoffel-Blindenmission (CBM) hilft derzeit in 99 Ländern in Asien, Afrika, Lateinamerika sowie Osteuropa und fördert dort fast 900 Hilfsprojekte. Die zahlreichen hauptberuflichen Mitarbeiter/innen dieser Non-Profit-Organisation werden in ihrer Arbeit von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen - u. a. auch von prominenten Persönlichkeiten wie z. B. Isabell Werth oder Hannes Jaenicke - unterstützt. Die CBM bietet vielfältige Berufsmöglichkeiten für engagierte Menschen. Welche Tätigkeitsbereiche/Abteilungen gibt es hauptsächlich in Ihrer Organisation?

Bei uns gibt es folgende Tätigkeitsbereiche: IT, Personal, Buchhaltung, Fundraising/Spendeneinwerbung, Direktmarketing, Presse, Kampagnen und Aktionen, Programme und Internationale Kooperationen, Procurement, Programmarbeit und Advocacy/Anwaltschaftliche Arbeit.

Es gibt vielfältige Berufsbilder und gute Chancen für Quereinsteiger. Vom Betriebswirtschaftler bis zum Sozialpädagogen ist alles vertreten. Wer in einer Entwicklungsorganisation arbeiten will, denkt in der Regel zuerst an Auslandseinsätze. Diese Stellen gibt es natürlich auch, aber nur wenige, da versucht wird hauptsächlich einheimische Mitarbeiter in der Projektarbeit einzusetzen.

Mehr Jobs für Deutsche gibt es daher in den Verwaltungsbereichen der Organisationen, die häufig überwiegend im Inland - also bei der CBM zum Beispiel in Bensheim - angesiedelt sind. Das sind keineswegs langweilige Jobs. Wir stehen mit den Projektpartnern und den Spendern in ständigem Kontakt und sehen unsere Aufgabe in der Weitergabe der Hilfe vom Spender zum Hilfsempfänger und der Vermittlung der Information vom Hilfsempfänger zurück zum Geber. Unsere Mitarbeitenden sind sehr motiviert und zeichnen sich durch großes Engagement aus.

Welche persönlichen Qualifikationen und Fähigkeiten sollten Bewerber/innen, die sich für einen Job bei einer Non-Profit-Organisation interessieren mitbringen?

Auch Non-Profit-Organisationen (NPO's) verlangen von ihren Bewerbern Professionalität. NPO's stehen zunehmend in der Öffentlichkeit. Sie leben in der Regel von Spenden, und Spender schauen heute viel genauer hin, wem sie ihr Geld anvertrauen. Umso wichtiger ist es, dass Spendenorganisationen sich dieser Kontrolle durch die Öffentlichkeit stellen, was wirtschaftliches und effizientes Arbeiten voraussetzt.

Wie können junge Menschen in Deutschland, die sich für die CBM engagieren wollen, neben einem beruflichen Einsatz, aktiv werden?

Die CBM verfolgt in Deutschland zwei Ziele: Einerseits die Menschen zum Spenden zu motivieren und andererseits Sensibilität für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu wecken. Wer sich für diese Ziele engagieren will, ist herzlich willkommen. Wir haben kostenlose Materialien zum Verteilen sowie einen Schulkoffer und Unterrichtsmaterial zum Ausleihen, um sich mit dem Thema Blindheit und Armut auseinander zu setzen. Darüber hinaus kann man sich über das Weltwärts-Programm des Bundesministeriums für Forschung und Entwicklung in CBM-Projekten engagieren. Es ist ein entwicklungspolitisches Freiwilligenprogramm, mit dem junge Leute hauptamtliche Mitarbeitende eine Zeit lang unterstützen können. Mehr dazu unter www.cbm.de

Erleichtert ein frühes ehrenamtliches Engagement für eine gemeinnützige Organisation den Eintritt in eine spätere hauptberufliche Tätigkeit im Non-Profit-Bereich?

Sicherlich. Bei den Bewerbungen werden Kenntnisse im Fachbereich auf jeden Fall positiv vermerkt. Für Jobs im Ausland wird auch großer Wert auf Auslandserfahrung gelegt - hier sollte es sich um einen Arbeitsaufenthalt und nicht um einen Urlaub handeln. Für Jobs bei uns in der Zentrale in Bensheim zum Beispiel ist das außer im Bereich Öffentlichkeitsarbeit weniger bedeutsam. Sprachkenntnisse - vor allem Englisch - sind wichtig. Darüber hinaus ist Interesse an einer Tätigkeit in einem internationalen Umfeld sowie Teamorientierung Voraussetzung. Denn unsere Mitarbeiter sind keine Einzelkämpfer, sondern arbeiten gemeinsam für die Erreichung der Organisationsziele.

Frau Loos, als stellv. Pressereferentin der CBM stehen Sie in Kontakt mit den Medien und sind mitverantwortlich für das Bild der CBM in der Öffentlichkeit. Wie kamen Sie zur CBM und welche Ausbildung haben Sie durchlaufen?

Ich bin eine Quereinsteigerin, was in der Non-Profit-Branche nicht untypisch ist. Zuerst habe ich Krankenpflege gelernt und in diesem Bereich auch gearbeitet. Dann studierte ich Sozialpädagogik, machte mein Diplom und noch während des Studiums wurde mir klar, dass die Öffentlichkeitsarbeit im sozialen Bereich mein eigentliches Thema ist. Um diesmal auf „Nummer Sicher" zu gehen, suchte ich nach einem Praktikumsplatz. Die CBM nahm mich für vier Wochen, dann bekam ich einen halbtägigen Vertretungsjob für drei Monate, schließlich eine freie Mitarbeit für sechs Monate mit der Ankündigung, dass sie eventuell im Anschluss einen festen Job für mich hätten. Ich war mir so sicher, dass es das war, was ich wollte, also habe ich anderswo eine Festanstellung ausgeschlagen und schließlich den Job bei CBM in der Presseabteilung bekommen. Es war ein Risiko, aber es hat sich gelohnt. 1997, als ich angefangen habe, ging das noch. Heute wäre es vermutlich nicht mehr so leicht.

Das Meiste und Wichtigste lernt man natürlich bei der Arbeit selbst, aber für den theoretischen Background habe ich eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung zur Kommunikationswirtin gemacht. Heute wäre ein solcher Einstieg vielleicht auch noch möglich, allerdings würde ich zuerst die Kommunikationswirtin machen und mich dann in der Pressearbeit bewerben. Das erhöht die Chance genommen zu werden.  

Was lieben Sie besonders an Ihrer Arbeit für eine gemeinnützige Organisation?

Meine Arbeit ist spannend und bringt ständig Abwechslung. Nicht zu vergessen, dass man als Ansprechpartnerin für die Medien auch einige Projekte der Organisation besuchen darf. Ohne das selbst gesehen zu haben, kann man kaum authentisch von der Projektarbeit berichten.

Es ist eine sehr starke Motivation für eine Organisation zu arbeiten, hinter der man auch persönlich stehen kann. Ich habe das Glück mich beruflich für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung einzusetzen, die in den Entwicklungsländern zu den Ärmsten der Armen gehören.

Bietet die Non-Profit-Branche gute Chancen im Ausland zu arbeiten?

Der Non-Profit-Bereich bietet hierfür gute Chancen, die Arbeit schenkt meist ein hohes Maß an Befriedigung, es wird aber auch viel verlangt. Bei der CBM brauchen wir für die wenigen Stellen im Ausland Fachleute (z. B. Augenärzte, Orthopäden oder HNO-Ärzte, Physiotherapeuten oder Hospitalmanager), die in ihren jeweiligen Fachgebieten schon eine mindestens dreijährige Berufserfahrung mitbringen und ein Mindestalter von 28 Jahren haben. Eine weitere Voraussetzung sind fließende Englisch- oder Französisch-Kenntnisse. Darüber hinaus ist die Fähigkeit selbstständig und strukturiert zu arbeiten wichtig, da die Mitarbeitenden im Ausland meist Projekte aufbauen und einheimische Mitarbeiter ausbilden müssen.

Mitarbeiter/innen einer Hilfsorganisation der Non-Profit-Branche werden bei ihrer täglichen Arbeit mit dem Leid und der Not vieler Menschen - speziell von Kindern konfrontiert. Welche Persönlichkeitsmerkmale sollte man als Mitarbeiter/in einer Hilfsorganisation im Ausland mitbringen?

Einfühlungsvermögen, aber auch die Fähigkeit „Abzuschalten" sind hierfür sehr wichtig. Das Leid, mit dem man konfrontiert wird, darf einen nicht überwältigen. Besonders wichtig ist auch das Zuhören können. Meist haben die Partnerorganisationen in den Entwicklungsländern schon eine sehr genaue Vorstellung, was ihnen hilft. Oft brauchen sie daher nur eine Unterstützung, wie das umzusetzen wäre. Das Weitergeben von Fachwissen und das Anleiten dazu, selbst Lösungen zu finden und umzusetzen, gewinnt daher auch in Entwicklungsländern zunehmend an Bedeutung.

Welche persönlichen Tipps können Sie potentiellen Bewerbern/innen in der Non-Profit-Branche mit auf den Weg geben?

Wer gerne in der Non-Profit-Branche arbeiten möchte, sollte sich umschauen, welche Berufsbilder dort benötigt werden. Das ist keine Garantie einen Job zu bekommen, steigert aber die Chancen erheblich. Ein „Gut-Mensch" zu sein, reicht nicht aus. Professionalität ist gefragt und Engagement.

Viele Hilfsorganisationen - auch die CBM - veröffentlichen auf ihrer Homepage regelmäßig Stellenangebote. Dort können sich Interessierte umschauen, was für Ausbildungen gesucht werden.

Interview: Tina Walter/Ulrike Loos

Bildnachweis: CBM

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Erstelldatum des Artikels: 16.12.2010, letzte Aktualisierung am: 28.04.2011

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