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Mischa Helfmann Mischa Helfmann

Ausbildung: Diplom Soziologe Tätigkeit: Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising

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Neu in Deutschland? I: Gar nicht so einfach!
Neue Projektreihe bei boyng.de unter der Schirmherrschaft des hess. Wirtschaftsminister Dr. Alois Riehl

Hast du Freunde die im Ausland geboren sind oder deren Eltern nicht aus Deutschland stammen? Oder bist du selbst ausländischer Herkunft? Dann dürfte es dich interessieren, dass es für Migrantinnen und Migranten noch schwieriger ist, sich in der Berufswelt zu etablieren als für deutsche Jugendliche.


Jugendliche Migrantinnen und Migranten in Deutschland

Deutschland ist ein Einwanderungsland – auch wenn die Politik und andere gesellschaftliche Gruppen diese Entwicklung lange nicht wahrhaben wollten. Allein die Tatsache, dass in Deutschland 7,3 Mio. Menschen ausländischer Herkunft sind und sie damit 8,9% (Stand:2002) der Bevölkerung stellen, belegt diese Realität. Die lange Entstehungszeit und die hartnäckigen Diskussionen um das Zuwanderungsgesetz zeigen, dass es vielen Deutschen immer noch schwer fällt diese gesellschaftliche Entwicklung wahrzunehmen und Migrantinnen und Migranten als gleichberechtigte und produktive Mitglieder unserer Gesellschaft anzuerkennen.


Was sind Migranten?

Unter Migranten versteht man Leute, die an einem anderen Ort als ihrer Heimat leben. Migrantinnen und Migranten können sich untereinander in vielerlei Hinsicht unterscheiden:

  •          In der Dauer ihres Lebens in Deutschland
  •          in ihren Herkunftsländern
  •          ihrer Sprache
  •          ihrer sozialen Situation
  •          ihrem rechtlichen Status
  •          ihren ganz persönlichen Lebensumständen

Sie stellen also keine einheitliche Gruppe dar, haben aber gemeinsam, dass sie oder ihre Vorfahren aus einem anderen Land stammen.


Wer gehört eigentlich alles zur Gruppe der Migrantinnen und Migranten?

  • Zum einen gehören natürlich diejenigen dazu, die in den 60er und 70er Jahren als Arbeitsmigranten nach Deutschland kamen,
  • sowie deren Kinder und Enkel, wenn sie einen deutschen Pass haben spricht man von Menschen mit Migrationshintergrund 
  • Ferner gehören noch Flüchtlinge die um Asyl nachgesucht haben zur Gruppe der Migrantinnen und Migranten,
  • sowie die Aussiedler aus Osteuropa, auch wenn diese formal Deutsche sind.
  • Angehörige aus anderen EU-Staaten, die in Deutschland leben

Obwohl sich die jetzige Lebenssituation der Migrantinnen und Migranten in Deutschland im Vergleich zu den 60er und 70er Jahren verbessert hat, kann man noch nicht davon sprechen, dass diese Bevölkerungsgruppe gleichberechtigt am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen kann.


Migrantinnen und Migranten und Ausbildung

Gerade junge Migrantinnen und Migranten haben es schwer eine Ausbildungsstelle zu finden und an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen mitzuwirken bzw. teilzuhaben.Hierzu ein Paar Fakten:

  • Der überwiegende Teil der jugendlichen Migrantinnen und Migranten verlässt die Schule mit einem Hauptschulabschluss.
  • Jugendliche ausländischer Herkunft verlassen die allgemein bildende Schule drei mal öfter ohne Schulabschluss als deutsche Jugendliche.
  • Jeder vierte Deutsche schließt die Schule mit dem Abitur ab, bei den Jugendlichen ausländischer Herkunft ist es nur jeder Zehnte
  • Die Ungelerntenquote bei deutschen Jugendlichen beträgt 8%, während bei den jugendlichen ausländischer Herkunft 33% ohne Ausbildung bleiben

                                                                                         (www.integrationsbeauftragte.de)Hinzu kommt, dass für die jugendlichen Migrantinnen und Migranten das Spektrum der Ausbildungsberufe viel geringer ist als bei deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Junge Migrantinnen lernen überdurchschnittlich oft Berufe wie z.B. Friseurin, Artzhelferin oder Einzelhandelskauffrau, junge Migranten hingegen absolvieren oft eine Ausbildung als KFZ-Mechaniker oder im Baugewerbe. Diese Berufe sind dadurch gekennzeichnet, dass sie im Regelfall über geringe Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten verfügen. In kaufmännischen Ausbildungsberufen, in der Verwaltung oder im öffentlichen Dienst sind junge Migrantinnen und Migranten wesentlich seltener anzutreffen.


Wie kommt es dazu?
Die Probleme auf dem Arbeitsmarkt führen natürlich zu einem härteren Konkurrenzkampf, bei dem die jungen Migrantinnen und Migranten oftmals die Verlierer sind.

Die Gründe hierfür liegen manchmal bei den Jugendlichen Migrantinnen und Migranten selbst, z.B. wegen einem schlechten Schulabschluss oder aufgrund nicht ausreichender Sprachkenntnisse. Selbst wenn die Kenntnisse und die Motivation stimmen, sind die Jugendlichen ausländischer Herkunft jedoch häufig Vorurteilen ausgesetzt. Allein aufgrund ihrer Herkunft werden ihnen nicht nur die o.g. schlechten Sprachkenntnisse sondern auch und Schwierigkeiten aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Kultur unterstellt, d.h. manche Unternehmen befürchten das der Betriebsfrieden durch die Arbeitnehmer ausländischer Herkunft gestört werden könnte. Vor allem Betriebe, die noch keine Erfahrungen mit der Ausbildung von jugendlichen ausländischer Herkunft haben, „befürchten“ Vorurteile von Kunden und Mitarbeitern.

Hinzu kommt das den Migrantinnen und Migranten die informellen Netzwerke fehlen, die den Zugang zu den Unternehmen erleichtern. Jugendliche aus Zuwanderfamilien haben so geringere Chance, den betriebsinternen Arbeitsmarkt für eine Einstellung zu nutzen. Immerhin verdanken 25% der deutschen Auszubildenden ihre Stelle den persönlichen Kontakten der Eltern.

Dieses Projekt wird gefördert von:

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Erstelldatum des Artikels: 22.06.2005, letzte Aktualisierung am: 30.11.2010

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