Passwort vergessen

Einloggen

Dein Ansprechpartner zum Artikel

Volker Heinrich Volker Heinrich


Fraunhofer Institutszentrum Birlinghoven IZB, Darmstadt Tätigkeit: Personalleiter beim Fraunhofer-Institut SIT http://www.sit.fraunhofer.de/

Werbung

twitter
    Verbindung zum Twitterserver fehlgeschlagen
boyng.de > Chance Deutschland > Interviews > Chance Deutschland: Internationale Mitarbeiter beim Fraunhofer Institut
Haupttext Details Kommentare & Fragen
Druckansicht | http://www.boyng.de/5665

Chance Deutschland: Internationale Mitarbeiter beim Fraunhofer Institut
Interview mit Fraunhofer: Kein Problem mit guter Qualifikation und Sprachkenntnissen!

Die Fraunhofer-Institute sind international renommierte Einrichtungen der angewandten Forschung und Entwicklung. Deshalb haben wir häufig Gastforscher im Haus. Aber auch Bewerbungen von ausländische Studentinnen und Studenten, die bei uns entweder einen Job als HiWi oder einen Praktikumsplatz suchen oder die bei uns eine Examensarbeit schreiben wollen, sind jede Woche in der Post. Und schließlich gibt es sehr viele Schülerinnen und Schüler, die ihr Schülerpraktikum bei uns machen wollen; auch darunter sind selbstverständlich Kinder von Migranten.

Knapp 20 Prozent unseres festen Mitarbeiterstammes und etwa 40 Prozent unserer studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen ausländischen Pass

Beim Fraunhofer-Institut legen wir Wert auf interessierte und qualifizierte Leute. Woher sie kommen und welche Muttersprache sie sprechen, ist letzten Endes irrelevant.


Wer bewirbt sich bei Fraunhofer?


Junge Leute, die sich bei uns bewerben wollen, finden immer Angebote für Diplomarbeiten oder HiWi-Stellen auf unserer Website. Die Bewerbungen werden im Haus bekannt gemacht und bei der ersten Beurteilung kommt es vor allem auf die Zeugnisse und das fachliche Profil der Bewerber an. Besteht unsererseits Interesse, laden wir die Bewerber zu Gesprächen ein und dabei wird entschieden, wer geeignet ist für einen Job, ein Praktikum oder die Tätigkeit als Hilfswissenschafter (HiWi).  Bei der Einstellung von Migranten halten wir uns an keine Quoten, es ergibt sich ganz natürlich wer ein geeigneter Bewerber ist und wer nicht zu uns passt.  

Wir erhalten auch keine Prämie oder eine spezielle Förderung, wenn wir Migranten einstellen. Das finde ich auch in Ordnung. Summarisch lässt sich nicht sagen, dass wir schlechte oder besonders gute Erfahrungen mit Mitarbeitern aus anderen Ländern gemacht haben. Letzten Endes kommt es hierbei immer auf die einzelne Person an und darauf, wie gut sie sich mit ihrer Arbeit und dem Team, in dem sie mitarbeitet arrangieren und sich entfalten kann. Wichtig ist es, den Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen einzuräumen und wer dann wirklich geeignet ist und sich als tüchtiger und kreativer Mitarbeiter entpuppt, zeigt sich erst in der Praxis. Die Berufe, in denen wir ausbilden, sind alle sehr anspruchsvoll, wie etwa Fachinformatiker, Systemelektroniker, oder die BA-Studiengänge Digitale Medien und Informationstechnik, und so sind auch die Bewerber meistens von vornherein gut.  


Erfahrungen mit Migranten und Integration


Die Migranten unter unseren Auszubildenden und unseren studentischen Kräften haben weder eine höhere Abbruchquote, noch lässt sich sagen, dass sie generell schlechter vorgebildet sind. Aber vielleicht sind die Fraunhofer-Institute auch nicht so ganz repräsentativ, weil sie eben in viele internationale Projekte eingebunden sind. 

Über unser von München aus zentral gesteuertes E-Learning-Angebot bietet Fraunhofer Fortbildungsmöglichkeiten an, wie etwa für Leute mit englischen, französischen oder spanischen Sprachkenntnissen den Kurs „German as a foreign language“, wodurch sie sich bei uns systematisch gründlichere Deutschkenntnisse aneignen können. Die Integration wird zwar durch gutes Deutsch erleichtert, aber wer anfangs nur Englisch gut kann, ist bei uns auch gut aufgehoben. Die meisten Informationen, die für alle im Institut wichtig sind, werden per E-Mail sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch bekannt gemacht.

Grundsätzlich werden Migranten nicht anders behandelt als Einheimische, außer, dass es etwas mehr Bürokratie mit der Ausländerbehörde zu bewältigen gibt und dass wir ihnen vielleicht etwas mehr bei der Wohnungssuche und den ersten Schritten hier helfen. Und gelegentlich muss man bei streng gläubigen Muslimen auch mal damit rechnen, dass mittags ein Büro kurzzeitig zum Gebetsraum wird. 


Fazit


Hier kann ich anderen Unternehmen nur raten, möglichst unbefangen an die Sache heranzugehen. Migranten wollen schnell Fuß fassen und strengen sich meistens an. Insgesamt kann ich nur eine generelle Bereicherung verzeichnen. Kulturell wie auch kulinarisch.  

Migranten werden zwar nicht benachteiligt, sie haben aber auch keinen Bonus zu erwarten. Wer weder Fachkenntnisse noch Lernbereitschaft und Interesse mitbringt und glaubt auf Dauer auch ohne Deutschkenntnisse auszukommen, der wird auch bei uns kaum Fuß fassen können.  

Unter Zusatzinformationen findest du Informationen zu Ausbildungsplätzen bei Fraunhofer!

Dieses Projekt wird gefördert von:

<< zurück 1 | 2

Erstelldatum des Artikels: 22.08.2005, letzte Aktualisierung am: 10.12.2010

Artikel bewerten

Klicke auf die Sterne, um den Artikel zu bewerten:

nicht lesenswertgeht grade somittelmäßigguter Artikelsehr guter und informativer Artikel

Dieser Artikel wurde von 106 Besuchern durchschnittlich mit 3.1 von 5 Sternen bewertet.

Social Bookmarks:

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Wir stehen für einen guten Start in den Beruf

Merck KGaA HSE Stiftung Technische Universität Darmstadt Fachbereich Informatik Hochschule Darmstadt TU Darmstadt