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Semfira Muftafutdinowa Semfira Muftafutdinowa

Ausbildung: Dipl. Dolmetscherin, (Deutsch, Französich, Niederländisch), Minsker staatliche linguistische Universität Tätigkeit: Studium Online-Journalismus an der FH-Darmstadt

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Chance Deutschland: Suchst du einen Job?
Dringend Sprache lernen und Kontakte knüpfen!

Semfira Muftafutdinowa ist vor drei Jahren zum Online-Journalismus-Studium nach Deutschland gekommen. In Weißrussland, wo sie herkommt, studierte sie Dolmetschen/Übersetzen und arbeitete später als Übersetzerin in einer Softwarefirma. Als was arbeitet sie in Deutschland, wie hat sie nach der Arbeit gesucht und was würde sie nun aus ihrer Erfahrung den „in Deutschland Neuen“ empfehlen?


boyng.de: Seit drei Jahren bist du in Deutschland. Kannst du dich noch erinnern, wie es am Anfang war? Und vor allem wie du nach der Arbeit gesucht hast?Semfira: Mit der Arbeit war es nicht einfach. Als ich nach Deutschland gekommen war, suchte ich nichts anderes, als qualifizierte Jobs: als Übersetzerin, Lehrerin usw. Mit Russisch konnte ich aber leider nichts finden und da ich dringend Geld brauchte  - Miete und Versicherung sind in Deutschland nämlich ziemlich hoch - , war ich schnell bereit jeden Job anzunehmen.  Mein erster Job war studentische Aushilfe in der TU-Mensa. Danach kamen viele andere: Catering, Kellnerin in einem Restaurant, Messehostess, Promotion, Baby-Sitting, Verpackung... Wo ich alles nur gearbeitet habe!..boyng.de:  Was war die schlimmste Erfahrung, was würdest du niemandem empfehlen?Semfira: Es gab einige, die ich ziemlich übel fand. Eine Nacht und einen Tag habe ich in einer Sicherheitsfirma verbracht, die für Messe Frankfurt arbeitet. Ihr Verhalten zu den Mitarbeitern war furchtbar. Die meisten, die da gearbeitet haben, waren Ausländer mit sehr geringen Deutschkenntnissen. Arbeitsgierige Ausländer, die bereit sind 18 Stunden lang für 5,50 Euro pro Stunde durchzuarbeiten, weil sie ohne Sprachkenntnisse nirgendwo mehr Arbeit finden können. Schlimm fand ich aber nicht unbedingt lange Arbeitszeiten, das war doch die freie Entscheidung der Arbeitenden. Erniedrigend fand ich das Verhalten der Büroleute zu Ausländern. Man verbrachte Stunden in einem verrauchten Raum, bis man einen Auftrag von der Firma bekam. Dabei hörte man hinter der Abschirmung ein entspanntes Geschwätz. Büromitarbeiter wussten, dass diese sprachlosen Ausländer zu allem bereit sind und nutzten das voll aus. 

boyng.de: Kennst du sonst irgendwelche Jobs, wo überwiegend Ausländer arbeiten?

Die über Zeitarbeitsfirmen vermittelte Verpackungsjobs zum Beispiel, die ich auch zu meinen schlimmsten Erfahrungen zählen würde. Ich bedauere Menschen, die sowas machen müssen. Neun Stunden lang im Lärm am Fließband stehen, Finger an scharfen Kanten der Verpackung verletzen, von einer Aufpass-Tante ständig beobachtet werden und dafür ein paar Groschen bekommen – das ist ja ein Albtraum. Die meisten Frauen, die da arbeiten, sind Migrantinnen. Am Anfang trauen sie sich nicht an andere Jobs wegen geringer Deutschkenntnisse, später bleiben sie da fest aus Gewohnheit. Das ist traurig.boyng.de: Die meisten Probleme kommen also von geringen Sprachkenntnissen?

Semfira: Ja, das kann man so sagen. Sprachkenntnisse sind sehr wichtig. Deswegen würde ich dem Ausländer, der neu in Deutschland ist, als erstes empfehlen, gut die Sprache zu lernen. Andererseits bedeuten Deutschkenntnisse alleine nicht unbedingt sofort eine gute Arbeit. Solche Arbeit muss man suchen.

boyng.de: Wo sucht man denn nach einer guten Arbeit?Semfira: Wenn ich das wüsste, würde ich vielleicht nicht immer noch als studentische Aushilfe arbeiten. Nein-nein, mit meiner jetzigen Arbeit bin ich ziemlich zufrieden. Ich mache da zwar nichts besonders Intellektuelles, aber nette Kollegen, faire Bezahlung und gutes Betriebsklima machen sehr viel aus. Momentan passt mir meine Arbeit ganz gut, weil ich meine Arbeitsstunden selbst einteilen kann, sehr praktisch für das Studium.boyng.de: Wo arbeitest du und wie hast du diese Arbeit gefunden?Semfira: Ich arbeite in einer Firma, die Ausstattung für Reisemobile herstellt. Ich bin in ihrem Online-Shop beschäftigt. Die Anzeige habe ich im Arbeitsamt Frankfurt gefunden. Ja, das wäre mein Tipp bei der Jobsuche: bei Arbeitsämtern und ihren Citybüros regelmäßig vorbeischauen. Meine besten Jobs habe ich nämlich da gefunden. boyng.de: Könntest du unseren Lesern noch ein paar Tipps bei der Jobsuche geben?

Semfira: Nach den Jobs kann man natürlich auch im Internet suchen. Jobber.de und rheinmainclick.de waren dabei meine Favoriten. Allerdings habe ich persönlich leider da nichts meinem Profil Entsprechendes gefunden. Aber es gibt da wirklich ab und zu ganz tolle Angebote.  Ansonsten würde ich empfehlen, einfach so viele Kontakte wie möglich zu knüpfen. Viele haben schon ihre Erfahrung bei der Jobsuche gesammelt, sie kennen viele Tipps und Tricks, manchmal sogar konkrete Adressen, wo man sich bewerben kann. 


boyng.de: Du selbst konntest aber einigermaßen Deutsch, schon bevor du nach Deutschland gekommen bist. Du hast doch Deutsch studiert, oder?


Semfira: Ja, das wollte ich gerade sagen. Ich habe Deutsch an der linguistischen Universität Minsk fünf Jahre lang studiert. Außerdem habe ich nach dem Studium ein freiwilliges soziales Jahr in einem Hospiz in Deutschland absolviert. Als ich dann ein Jahr später nach Deutschland zum Online-Journalismus-Studium kam, war mir Deutsch und Deutschland schon ziemlich vertraut. Es war also kein Sprung ins kalte Wasser mehr. Deutschkenntnisse erleichtern das Leben.

boyng.de: War es schwierig einen Studienplatz in Deutschland zu bekommen?

Semfira: Dank meines Dolmetscherdiploms, musste ich keinen Deutschtest schreiben. Das Diplom und die Anzahl der Deutschunterrichtsstunden an der Uni setzte voraus, dass ich es kann. Ich habe mich beworben und den Studienplatz bekommen.

boyng.de: Vielen Dank für das Gespräch Semfira.  


Eine Linkliste zum Thema Arbeit und Studium findest du hier.


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Erstelldatum des Artikels: 13.07.2005, letzte Aktualisierung am: 30.11.2010

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